Über das Rauschen der Medien

Ein Mann aus Brandenburg versinkt während der Corona-Krise in einer Welt aus Angst und Wut. Am Ende reicht ihm die Enttarnung eines gefälschten Impfnachweises, um seine gesamte Familie auszulöschen – Co-Autoren: Lennart Laberenz, Paul Schwenn, Foto: Benedikt Herber, Die ZEIT

Er schreibt den Abschiedsbrief vermutlich in seinem Einfamilienhaus in Königs Wusterhausen, die Einfahrt ist gepflastert, der Garten ist gepflegt. Er schreibt mit Stift auf Papier: “Wohin führt das, wenn nicht in den Faschismus?” Fast zwanzig Seiten sind es, er notiert: “Ich habe einen Fehler begangen. Ich habe meiner Frau das gefälschte Zertifikat besorgt, dieser Fehler ist unser Verhängnis.” In der Nacht zum 3. Dezember 2021, klarer Himmel, zwei Grad unter null, erschießt er seine Frau, seine drei Töchter, sich selbst.

Drei Monate später sitzt Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon an seinem Schreibtisch in Cottbus, vor ihm liegen die Akten. Dabei auch eine Kopie des Abschiedsbriefes von Devid R., 40 Jahre alt, Ingenieur und Berufsschullehrer. “Das ist ein riesiges Motivbündel, das er da anbietet”, sagt der Oberstaatsanwalt.

Was hat Devid R. zu dieser Wahnsinnstat getrieben? Wieso entschied er über das Leben seiner Frau Linda, gleich alt, angestellt in der Verwaltung der Technischen Hochschule Wildau? Über das seiner drei Töchter, vier, acht und zehn Jahre alt? Wegen eines gefälschten Impfzertifikates, einer Urkundenfälschung? Und was hat diese Tat mit denen zu tun, die sich Querdenker nennen, nicht an den Sinn von Impfungen glauben und sich staatlichen Maßnahmen widersetzen?

Mord in Königs Wusterhausen: “Ich habe solche Angst um meine Kinder”

Er schreibt den Abschiedsbrief vermutlich in seinem Einfamilienhaus in Königs Wusterhausen, die Einfahrt ist gepflastert, der Garten ist gepflegt. Er schreibt mit Stift auf Papier: “Wohin führt das, wenn nicht in den Faschismus?” Fast zwanzig Seiten sind es, er notiert: “Ich habe einen Fehler begangen.

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