Über Diktatoren, Intrigen und Bananen

Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa erzählt in seinem Roman “Harte Jahre” die Tragödie Mittelamerikas und kritisiert als Liberaler die USA.

Der Begriff der Bananenrepublik hat seinen Ursprung im Mittelamerikades 20. Jahrhunderts: Über Jahrzehnte wurde die Politik etlicher Staaten von der United Fruit Company bestimmt, dem Exporteur der bekannten Chiquita-Bananen. Es ist eine lange und traurige Geschichte von Korruption, von Steuervermeidung und von Staatsstreichen, die auch schon in der Prosa eines Gabriel García Márquez angedeutet wurde. In Hundert Jahre Einsamkeit leitet der Bau einer Bananenfabrik den Niedergang des kleinen kolumbianischen Dorfes Macondo ein.
Nun setzt sich auch der andere große Autor lateinamerikanischer Literatur mit den Machenschaften der Bananenindustrie auseinander: der Literaturnobelpreisträger von 2010, Mario Vargas Llosa. Sein neuer Roman Harte Jahre spielt in Guatemala, kreist um reale Personen und beginnt mit einem Gespräch der laut Vargas Llosa in ihrer Zeit vielleicht mächtigsten Männer Mittelamerikas: Edward L. Bernays und Sam Zemurray, der eine PR-Experte, der andere Chef von United Fruit. “Machen wir uns nichts vor”, sagt Bernays, als er über seine Expansionsstrategie in Guatemala doziert: Jeder Versuch, “das Land in eine moderne Demokratie zu überführen”, sei “für die Company von großem Nachteil”.

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