Über die Geschichte der Quarantäne

Bis zur Coronakrise wirkte Quarantäne wie ein Konzept von gestern. Über Jahrhunderte wurden Menschen, die an Pest, Lepra oder Typhus erkrankten, isoliert – auf scheinbar paradiesischen Inseln. Foto: Ggia/ WikiCommons

Was die Geistlichen sahen, als sie Grosse Isle betraten, ließ sie wohl an das Jüngste Gericht denken: “Sie liegen am Strand, kriechen durch den Schlamm und sterben wie Fische ohne Wasser”, schrieb der irische Priester Bernard McGauran. Mit Glaubensbrüdern hatte man ihn 1847 auf die kleine Insel an der Küste vor Quebec geschickt, um zu helfen. Auf der Quarantäneinsel saßen Tausende Iren fest, die vor der Großen Hungersnot in ihrer Heimat geflohen waren und nach Kanada wollten.

Schon bei der Überfahrt über den Atlantik hatten sie sich mit der Fieberkrankheit Typhus angesteckt, die sich auf Grosse Isle nun unkontrolliert ausbreiten konnte. Ein anderer Priester fasste ihre Lage so zusammen: “Es wäre menschlicher gewesen, eine Truppe aus Quebec zu schicken, die die Schiffe versenkt, als diese Leute auf solch eine furchtbare Weise sterben zu lassen.”

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